Ski-Legende Accola ist Familienfreund und unterstützte Flury: «Finde es geil, wenn Aussenseiter gewinnen»


February 11, 2023

Jasmine Flury (29) ist dankbar für jene Leute, die ihr auf dem Weg zum WM-Titel geholfen haben. Zu ihnen gehört auch der Bündner Paul Accola (55).

Paul Accola ist auf dem Flüelapass am Arbeiten, als ihn Blick erreicht. «Bei Startnummer 4 habe ich auf dem Handy den Ticker aufgemacht und gesehen, dass Jasmine in Führung liegt. Ich freue mich, dass sie gewonnen hat. Sie soll es geniessen, aber auch aufpassen. Denn jetzt kommen viele Schulterklopfer und Freunde, von denen sie nichts wusste.»

Die Aussage ist typisch für Accola. Er ist auch heute noch so wie früher als Athlet: direkt, offen und skeptisch – vor allem im Erfolg. «Jasmine kann froh sein, dass sie eine frühe Startnummer hatte. So hörte sie weder die Funksprüche der Trainer, noch sah sie sich die Fahrten der Athletinnen vor ihr an. Das ist immer besser, damit man sich keinen Kopf macht.»

Ein Paar Ski und einen Batzen

Accola verbindet viel mit der Familie Flury. Der Davoser ist ein guter Freund von Vater Georg, er geht ab und an in dessen Restaurant «Veltlinerstübli» in Monstein vorbei. Und auch Jasmine kennt der Gesamtweltcupsieger von 1992 seit ihrer Kindheit. «Davos ist ja nicht so gross», sagt er.

Accola unterstützte Flury während deren Anfängen im Sport. Sie erinnert sich: «Ich war etwa zehn Jahre alt und wollte bei der Bündner Meisterschaft den Super-G fahren. Aber ich hatte keine passenden Ski. Da klopfte mein Vater bei Paul, der ja bei Stöckli war, an. Er hat mir sofort ein Paar gegeben.»

Auch später, als Flury schon älter war, unterstützte sie Accola. «Ich habe schon lange eine Nachwuchsstiftung. Und da wurde Jasmine zum ‹Rookie of the Year›, als Nachwuchsfahrerin des Jahres, gekürt. Es war aber nicht viel Geld.» Flury entgegnet: «Mir hat das viel bedeutet. Es war das erste Mal überhaupt, dass mir jemand von aussen einen Batzen schenkte. Das war schon cool.»

Accola freut sich über Flurys Triumph. «Das ist der Lohn dafür, dass sie immer an sich geglaubt hat. Ich finde es sowieso geil, wenn Aussenseiter gewinnen – denn sie trainieren genau gleich hart wie die Favoriten. Wenn Jasmine möchte, lade ich sie gerne zu einem Getränk ein, wenn sie zurück ist. Dann können wir anstossen.»

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